Blog 5: Wozu Ziele? Die Kunst sich Ziele zu setzen

Wozu Ziele? Die Kunst sich Ziele zu setzen

Warum ist es sinnvoll, dass wir uns Ziele setzen? Wozu setzen wir uns Ziele? Und was haben Ziele mit Resilienz zu tun? Diesen Fragen will ich in diesem Beitrag nachgehen.

Ziele sind aus unserem Leben kaum wegzudenken. Entweder wir setzen uns selber welche oder wir bekommen Zielvorgaben von anderen. Denken wir etwa an die Schule, das Büro, den Handel, das Baugewerbe, die Politik oder aber auch das Privatleben. Es ist wohl ein menschliches Grundbedürfnis, etwas erreichen zu wollen. Aber, was ist dieses „etwas“? Nicht alle Ziele verfolgen wir bewusst bzw. sind uns bewusst. Oft genug handeln wir einfach „irgendwie“ in der Hoffnung, dass dann x eintritt.

Wie halten Sie es mit Zielen?

Welche Gefühle löst allein das Wort in Ihnen aus? Erfüllt es Sie mit Vorfreude und Tatendrang oder löst es eher Stress aus und Sie denken sich: „Nicht schon wieder!“

Wieviele Ziele haben Sie sich bisher in Ihrem Leben, mehr oder weniger bewusst, gesetzt? Wieviele haben Sie bereits erreicht? Ich gehe davon aus, das ist eine ganze Menge. GRATULATION! Das kann mensch sich ruhig immer wieder mal ins Bewusstsein rufen!

Hier noch ein paar Fragen zum Reflektieren: Welches war Ihr letztes größeres Ziel, das Sie erreicht haben und was kam danach? Was war dann anders und was haben Sie dann gemacht? Haben Sie gefeiert? Oder war dafür gar keine Muße, weil bereits das nächste Ziel darauf wartete, in Angriff genommen zu werden?

Welche Ziele peilen Sie an und wie gehen Sie dabei vor?

Woran lag es, wenn Sie ein Ziel nicht erreicht haben? Wie sind Sie damit umgegangen?

Alternative: Keine Ziele

Vielleicht jedoch setzen Sie sich – zumindest in gewissen Lebensbereichen – bewusst keine Ziele? Etwa, weil Sie sich nicht einengen lassen wollen, flexibel bleiben und Ihrer Intuition folgen. Wie geht es uns, wenn wir keine Ziele (mehr) haben? Sind wir dann glücklich, weil wir alles erreicht haben? Waren die Ziele nicht groß genug? Oder sind wir einfach resigniert? Oder satt?

Im Altersheim muss man es sich schon sehr gut überlegen, ob man die Frage stellt, was ein zu betreuender Mensch denn vor hat. Nur allzu leicht blickt man dann nämlich in ein sehr trauriges oder vorwurfsvolles Gesicht.

Wozu Ziele hilfreich sein können

Brauchen wir Menschen also Ziele oder Vorhaben? Wozu? Welches Ziel verfolgen wir, wenn wir uns Ziele setzen? Eine Antwort darauf gab schon Seneca mit dem Spruch:

Für ein Schiff, das seinen Hafen nicht kennt, weht kein Wind günstig.

  • An Zielen können wir uns festhalten. Sie geben uns Orientierung.
  • Sie lassen uns leichter Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen.
  • Sie lassen uns Erfolg messen.
  • Erreichte Ziele machen uns meist glücklich. (Aber nicht immer und automatisch. Nicht immer nachhaltig. Manchmal fallen wir in ein Loch der Orientierungslosigkeit, wenn wir ein Ziel endlich erreicht haben.)
  • Ziele, die wir uns selbst setzen, haben mit unseren Wünschen und Bedürfnissen zu tun. Von ihnen lassen sich dann Strategien, Handlungen und Maßnahmen ableiten, damit diese erfüllt werden.
  • Wir können uns leichter einen Plan machen. Wenn wir einen Plan haben, geht es uns gut und wir fühlen uns handlungsmächtig.

Beim Festlegen von Zielen gehen wir von einer Ist-Situation aus um einen Soll-Zustand zu erreichen. Wir werfen einen Blick in die Vergangenheit und ziehen Schlüsse über das, was sich bewährt hat und was nicht. So können wir besser entscheiden, wie wir weitermachen möchten.

Ziele und Resilienz

Aus den oben angeführten Gründen wird Zielorientierung oft als ein Faktor von Resilienz genannt. Resiliente Menschen haben für sie persönlich attraktive Ziele. So können sie sich immer auf etwas freuen, für etwas aktiv werden und Durststrecken leichter überwinden. Oder das Ziel steht im Dienst eines hohen Wertes, für das es sich lohnt sich einzusetzen. Das wiederum ist sinnstiftend.

Das Gegenteil von Zielorientierung könnte Ziellosigkeit sein. Wie fühlen wir uns ohne Ziel? Irren wir dann ziel- und planlos umher? Sind wir dann ganz apathisch und handlungsohnmächtig? Oder haben wir dann Muße uns dem Augenblick hinzugeben, der momentanen Laune?

Sehnen wir uns nicht immer wieder nach einer unverplanten freien Zeit? Einer Zeit, in der wir wirklich das tun können, wonach uns gerade ist, ohne dafür vorher schon einen Plan zu haben. Wie schön ist doch ein Wochenende ohne Termine, ohne To-dos, ohne Verpflichtungen!

Ziellosigkeit als Ziel

Oder wie schön ist eine Fahrt ins Blaue, ohne konkretes Ziel, ohne einen bestimmten Ort erreichen zu wollen. Wir können dann einfach unserer Lust folgen und uns überraschen lassen, wo wir landen ohne vorher ein Ziel fixiert zu haben. Es ist spannend, auf diese Weise zufällig Orte zu entdecken, die man nie bewusst gesucht oder aufgesucht hätte. Eine Fahrt ins Blaue wird meist mit Urlaub assoziiert, mit Zeit haben, mit Leichtigkeit und Wohlfühlen. Wir wollen dann Neues entdecken, uns gehen lassen, offen sein für den Moment und uns vom Zufall beschenken lassen. Aber… das wären natürlich auch schon wieder Ziele. Wir wollen wichtige Bedürfnisse wie Abenteuerlust, Entspannung, Erholung, Spontanität oder Abwechslung vom Alltag damit erfüllen.

Ganz ohne Ziele, seien sie nun bewusst oder unbewusst, scheint es nicht zu gehen. Wie oft im Leben kommt es auch hier auf die Balance an, damit wir uns wohlfühlen.

Lesen Sie in der nächsten Folge zum Wie des Zielesetzens. Da geht es dann um SMARTe Zielformulierungen.

Teilen Sie hier gerne, in welchen Bereichen Zielsetzungen für Sie dienlich sind und in welchen nicht!

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